Biographie
von Colleen McCrory
Treffen mit Minister Trittin
Treffen mit niedersächsischen Abgeordneten
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2004 |
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Bei einer Abendveranstaltung zum 25. Geburtstag der Grünen am 27. Mai
2004 machten zwei Mitglieder der kanadischen Green Party auf die Bedrohung
der Urwälder in ihrer Heimat aufmerksam. Mit Bundesumweltminister Jürgen
Trittin sprachen sie über die Probleme der Umweltpolitik in Kanada.
Colleen McCrory und Karen Wonders sind Mitglieder der kanadischen Green
Party; Colleen McCrory ist die stellvertretende Vorsitzende (Deputy
Leader) der Green Party des kanadischen Bundesstaates British Columbia.
McCrory interessierte daher besonders die Frage, inwiefern die erfolgreichen
deutschen Grünen ein Vorbild für die British Columbia Green Party sein
könnten.
Ein Plakat der beiden Kanadierinnen zeigte eine Grizzlybären-Familie,
eine 800 Jahre alte kanadische Zeder und die Mahnung „Wir haben keine
Stimme!“ Der Hintergrund: Bei den letzten Wahlen in British Columbia
gewann die Green Party 13 Prozent der Stimmen. Aufgrund des dortigen
Wahlsystems erhielten sie jedoch keinen Sitz im Parlament. McCrory erklärte:
„Umweltschützer und Green Party haben in British Columbia keine politische
Vertretung. Deshalb sind die dortige Tierwelt und ihre Lebensräume in
großer Gefahr. Vom Aussterben bedrohten Tierarten, wie Grizzlybär, Karibu,
Wildlachs und Flecken-Kauz können ohne intakte Urwälder und Fließgewässer
nicht überleben.“ Doch statt das einmalige Naturerbe British Columbias
zu bewahren, fördere die gegenwärtige industriefreundliche Regierung
die massive Umweltzerstörung. „Selbst die Rechtsansprüche der Ureinwohner
von British Columbia auf ihr Land werden missachtet, um Raubbau an der
Natur betreiben zu können und den Profit der Holzindustrie zu steigern.“
Minister Trittin ist sich der gravierenden Umweltprobleme in British
Columbia bewusst, zu denen die anhaltende Waldzerstörung gehört. Der
Minister ist einer der wichtigsten Unterstützer der Biodiversitätskonvention
(CBD) der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1992 und forderte kürzlich
ein globales Netzwerk von Naturschutzgebieten. "Wir müssen handeln und
zwar sofort," erklärte Trittin. Die Biodiversitätskonvention wurde sowohl
von Deutschland als auch von Kanada im Rahmen der „Rio-Konferenz“ unterzeichnet.
Sie verpflichtet Regierungen dazu, die Industrie zum Umstieg auf „nachhaltige“,
d.h. Ressourcen schonende Wirtschaftsweisen zu bewegen. McCrory wies
jedoch darauf hin, dass Kanada „das Abholzen von Urwäldern durch Holzkonzerne
zulasse“. In Kanada, so sagte sie, „werden uralte Red Cedar-Bäume vernichtet,
und damit das kulturelle und ökologische Erbe der Ureinwohner“. Minister
Trittin versicherte ihr, dass Deutschland sich verpflichtet habe, den
Verbrauch an Holz und Zellstoff zu reduzieren und Produkte zu boykottieren,
die durch Raubbau an Urwäldern gewonnen wurden. Dies betreffe auch Holz
und Zellstoff aus British Columbia. McCrory zeigte sich darüber sehr
zufrieden und begrüßte ausdrücklich die jüngste Entscheidung der Europäischen
Union, den Import von Grizzlybär-Trophäen aus British Columbia zu verbieten.
McCrory sprach auch das Thema Tourismus an. Viele Deutsche Touristen
besuchen Jahr für Jahr British Columbia, um dort die endlos weite Wildnis
zu erleben. Dabei legen sie auch Wert auf eine naturschonende Form des
Tourismus, wie eine Umfrage unter europäischen Reiseveranstaltern kürzlich
zeigte.
„Es gibt in British Columbia keine Förderung für einen nachhaltigen
Tourismus. Europäischen Tourismus-Organisationen haben dies wiederholt
beklagt. Der Tourismus in BC ist alles andere als umweltfreundlich“,
meinte McCrory. Minister Trittin teilte diese Ansicht und wiederholte
seine Auffassung, dass der Verlust der Artenvielfalt ein dringendes
weltweites Problem ist, das nach einem internationalen Umweltregime
verlange. Den Grünen in British Columbia übermittelte er seine herzlichen
Grüße.
Links:

Collen McCrory spricht mit Minister Jürgen Trittin.
(Foto: Stephan Röhl)

(von links nach rechts) Colleen McCrory, Jürgen Trittin,
Karen Wonders.
(Foto: Stephan Röhl)

Eva Quistorp, eine der Mitbegründerinnen der "Grünen"".
(Foto: Karen Wonders)

Jubiläumsveranstaltung zum 25. Jahrestag der Gründung
der "Grünen" in
der "Kalkscheune", Berlin
(Foto: Stephan Röhl)
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