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Die Karstkiller |
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Calziumsulfat (Gips und Anhydrit) gehört zu den billigsten Massenrohstoffen. Er wird weltweit im "großen Maßstab" gefördert und gehandelt, die Weltproduktion beträgt ungefähr 100 Millionen Tonnen. Ebenso wie in der Zementindustrie werden große Teile des europäischen Gips-Marktes von einigen wenigen Unternehmen beherrscht. Im Südharz gibt es nur noch sehr wenige klein- und mittelständische Unternehmen. Der Aufkauf durch internationale Konzerne ist auch hier schon weit fortgeschritten. Folgende internationale Unternehmen
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Mit dem Aufkauf von Rigips 1987 und Börgardts (Walkenried) stieg British Plaster Board (BPB) einst zum größten Karstkiller im niedersächsichen Teil des Gipskarstes auf - bis das gesamte Unternehmen am 17.11.2005 für 5,8 Milliarden Euro vom Glas- und Mischkonzern Saint-Gobain geschluckt wurde. Saint-Gobain umfasst etwa 1200 Gesellschaften besonders aus Glas- und Baustoffbereichen. Im August 2007 übernahm der Konzern für 2,13 Milliarden Euro die Baustoff-Tochter Maxit vom deutschen Unternehmen Heidelberg Cement. Börgardts firmiert jetzt unter dem Namen "Saint-Gobain-Formula". Die Firma betreibt aktuell acht Steinbrüche im Niedersächsischen und einen Steinbruch im Thüringer Gipskarst auf eigenen Namen. Knauf ist im Gegensatz zu den anderen börsennotierten Firmen ein autokratisch geführtes Familienunternehmen mit über 150 Werken weltweit. Sie hat 1989 das Gipswerk in Rottleberode (Sachsen-Anhalt) übernommen) und baut über die Landesgrenze am Alten Stolberg in Thüringen ab. Dort hat sich Knauf für 90 Jahre Vorräte gesichert, deren Abbau über 300 ha wertvolle Karstbuchenwälderzum Opfer fallen. Der multinationale Konzern Lafarge hat mit Turmgips-Würth ebenfalls Gebiete im Südharz an der Kreuzstiege bei Osterode übernommen und dort bereits einen wertvollen Trockenrasen zerstört. HeidelbergCement hatte sich einst im Südharzer Gipskarst eingekauft und unter anderem Roco-Gips (Dorste) und das Ellricher Gipswerk übernommen; die dann ab 2004 unter dem Namen Südharzer Gipswerk (SHG) firmierten. 1999 erwarb HeidelbergCement den Putzhersteller Maxit.
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Das Ende
des Gipskarstes: nicht recycelter Gipsbauplatten-Bruch
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Während der Konzentrationsprozess die "Firmenlandschaft" immer übersichtlicher macht, führt der gleichzeitige Prozess der Verflechtung der Multis untereinander zu immer komplexeren Konglomeraten. Immer weniger Unternehmen durchdringen sich untereinander immer stärker. Diese Situation macht das Auftreten von illegalen Preisabsprachen wahrscheinlich. Die Kartellbildung der europäischen Zementindustrie ist unter Wettbewerbshütern der Kartellämter bestens bekannt und berüchtigt. Im November 2007 verhängt die Wettbewerbskommissarin der Europäischen Union gegen Saint-Gobain eine Geldstrafe von 134 Millionen Euro. Saint-Gobain war an einem internationalen Flachglas-Kartell mit vier Unternehmen beteiligt, die 80% des Marktes abdeckten. Die Firma HeidelbergCement wurde 1992 vom Europäischen Kartellamt zu einem Bußgeld von 112 Mio. DM verurteilt. In das System illegaler Absprachen waren die bedeutendsten europäischen Zementhersteller verwickelt. Obwohl die Baubranche seit jeher als besonders anfällig für Korruption und Kartellbildung gilt, waren die Kartellwächter vom Ausmaß dieses größten aller bisherigen Verfahren erstaunt; noch nie zuvor wurden die Gesetze der Marktwirtschaft so rigoros und ungeniert außer Kraft gesetzt. Schon 1985 verurteilte die Europäische Kommission das damals zu BPB gehörende British Gypsum wegen Ausnutzung seiner marktbeherrschenden Stellung zu einer Zahlung von über 3 Mio. ECU.
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Bittere Ironie Die Unternehmen berufen sich in ihren Forderungen nach einer von der Politik unreglementierten Rohstoffwahl auf die wohltuenden und ordnenen Kräfte des freien Marktes. Der Konzentrations- und Verflechtungsprozess gehe unvermindert weiter - zum Beispiel: BPB-Rigips kaufte im März 2000 von Heidelberger Zement deren Dämmplatten-Sparte mit 6 Produktionsstandorten in Deutschland und vier weiteren in andern EU-Ländern. |
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